Politik & Wirtschaft

In der Reportage „Auf der Schlachtbank“, erschienen im „Datum“, decken Thomas Winkelmüller und Juliane Fischer die Strukturen hinter einem der aktuell größten internationalen Betrugsphänomene auf, dem „Pig Butchering Scam“. Ausgehend vom Schicksal eines Wiener Chirurgen folgt die Recherche den Geld- und Täterspuren über mehrere Kontinente – vom russischen Model bis zu Zwangsarbeitern in südostasiatischen Scam-Fabriken. Der Text macht sichtbar, wie Onlinebetrug, organisierte Kriminalität und Menschenhandel miteinander verwoben sind und welche Dimensionen diese neue Schattenökonomie erreicht. Damit liefert der Artikel nicht nur einen packenden Einzelfall, sondern auch ein gesellschaftlich und wirtschaftlich hochrelevantes Bild der globalisierten Kriminalität, das die Jury in der Kategorie „Politik & Wirtschaft“ überzeugt hat.
Lifestyle, Gesundheit & Soziale Verantwortung

Die Kategorie „Lifestyle, Gesundheit & Soziale Verantwortung“ konnte Christoph Lehermayr für seine erschütternde Reportage über den Glimmer-Abbau in abgelegenen Minen in Madagaskar für sich entscheiden. „Im Glitzern des Grauens“ ist im Magazin „allewelt“ erschienen und zeichnet den Weg Lehermayrs nach, der gemeinsam mit einem ortskundigen Priester ein abgelegenes Minengebiet besucht und dort eine Kette an Ausbeutung und Armut vorfindet. Eindrückliche Bilder und einfühlsame Gespräche mit den Männern und Frauen, die in den Glimmer-Minen arbeiten müssen, ergänzen die einfühlsame Schilderung der Gegebenheiten vor Ort und haben die Mitglieder der Fachjury berührt.
Umwelt, Jagd & Natur

Die akribisch recherchierte Reportage „Freiheit für den Ozelot“ von Martin Zinggl, erschienen in „GEO“, war siegreich in der Kategorie „Umwelt, Jagd & Natur“. Zinggl verbindet eindrucksvolle Naturbeschreibungen mit fundierter wissenschaftlicher Einordnung und beleuchtet die ökologische Schlüsselrolle der Ozelote ebenso wie die Herausforderungen der Rehabilitation bis hin zu modernsten DNA-Analysen im Dschungellabor. Er zeigt die Bedeutung nachhaltiger Schutzmaßnahmen, hinterfragt ethische Grenzen und schildert die emotionale Dimension von Artenschutzarbeit. Die Fachjury lobte insbesondere die klare Darstellung der komplexen Zusammenhänge zwischen illegalem Tierhandel, Ökosystemstabilität und dem Engagement einzelner Menschen.
Wissenschaft, Technik & Forschung

Im Artikel „Perfekte Projekte“ von Martin Hehemann, erschienen in der „Österreichischen Bauzeitung“, werden anspruchsvolle Bauvorhaben, innovative Verfahren und aktuelle Trends im Bauwesen für ein interessiertes Publikum gut verständlich beleuchtet. Vor allem die Leserfreundlichkeit, die klare Strukturierung und die präzisen Formulierungen in Kombination mit sorgfältig ausgewähltem Bildmaterial haben die Jury in der Kategorie „Wissenschaft, Technik & Forschung“ beeindruckt.
Corporate-Publishing, Mitglieder- und Mitarbeiter Zeitschriften

In der Kategorie „Corporate-Publishing, Mitglieder- und Mitarbeiter Zeitschriften“ konnte „Unter uns – Das Magazin für das Team der ÖBB“, umgesetzt vom Red Bull Media House, überzeugen. Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Pensionistinnen und Pensionisten der ÖBB erscheint mit einer Auflage von 85.000 Exemplaren viermal im Jahr und wird ergänzt durch ein dazugehöriges Intranet-Portal. Ziel ist es, das Zusammengehörigkeitsgefühl der ÖBB-Angestellten zu fördern und aktuelle Informationen, Kampagnen und Herausforderungen des Unternehmens darzustellen. Das moderne Layout und die hochwertige Umsetzung überzeugte die Jury.
Dr. Rudolf Bohmann-Preis für NachwuchsjournalistInnen

Alle zwei Jahre wird im Zuge des Zeitschriftenpreises auch der Dr. Rudolf Bohmann-Preis für NachwuchsjournalistInnen an RedakteursaspirantInnen oder freie MitarbeiterInnen bis zu einem Alter von max. 30 Jahren (Zeitpunkt der Einreichung) für eine eigenständige, abgeschlossene und auszeichnungswürdige Erstpublikation bei einem Verlag verliehen. 2025 ging dieser an Haifaa Al Haj Saeed für ihre „Profil“-Reportage „Die TikTok-Tagebücher: Verlorene Stunden einer 19-Jährigen“. Die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erst 19-jährige Schülerin absolvierte ein Praktikum beim Nachrichtenmagazin und dokumentierte ihr Selbstexperiment stilistisch hoch präzise und schonungslos ehrlich.
Alle Fotos: © Gerhard Fally